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Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik

Telemedizin-Kiosk zur Malaria-Ferndiagnostik.
© Fraunhofer IBMT (Foto: Bernd Müller).

Öffentliche Projekte

Im Rahmen von der Europäischen Union geförderten sowie u. a. vom BMBF und anderen öffentlichen Einrichtungen unterstützen Projekten erfolgt eine interdisziplinäre Teamarbeit verschiedener technischer und wissenschaftlicher Bereiche. Hierbei wird verstärkt auf die Kooperation mit industriellen Partnern Wert gelegt, damit die angewandte Forschung praxisnah umgesetzt werden kann.

d-LIVER

Im EU-Projekt »d-LIVER« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik zusammen mit 13 europäischen Partnern ein IT-basiertes Leberunterstützungssystem, das eine medizinische
Beobachtung und Begleitung von Patienten mit chronischen Lebererkrankungen auch außerhalb eines Krankenhauses erlaubt. Das Gesamtsystem besteht aus einem zellbasierten Leberunterstützungssystem, einer häuslichen Monitoring-Plattform und einem übergeordneten Informationssystem für die telemedizinische Versorgung von Lebererkrankten.

Ziel des im Oktober 2011 angelaufenen vierjährigen Forschungsvorhabens ist es, eine sichere und kostengünstige Systemplattform für die ambulante, kontinuierliche, kontextsensitive, multi-parametrische Überwachung und Therapie von Patienten mit chronischem Leberversagen bereitzustellen, die zu einer höheren Qualität der medizinischen Behandlung führt und zu einer erheblichen Verbesserung der Lebens-qualität der Patienten beiträgt.

Förderprogramm: EU-FP7-ICT
Förderzeitraum: 10/2011 - 09/2015


www.d-liver.eu

Informationsblatt

p-medicine

»Personalisierte Medizin« heißt die neue Devise in der Gesundheitsforschung und der Gesundheitsversorgung: Molekularbiologische und klinische Daten eines Patienten sollen stärker verknüpft, verarbeitet und genutzt werden, um Diagnosen früher zu stellen und den Patienten mit einer auf ihn abgestimmten Therapie wirksamer und nebenwirkungsärmer zu behandeln. Neue und stetig wachsende Erkenntnisse aus den Grundlagenwissenschaften führen zu einem immensen Anstieg biologischer, genetischer und molekularer Erkenntnisse und Daten, die möglichst schnell mit Daten aus der klinischen Medizin vernetzt werden müssen. Ein im Februar 2011 gestartetes Großforschungsprojekt der Europäischen Union soll in der Krebsforschung und Krebstherapie dabei helfen.

Um die individuelle Therapie für Krebspatienten zu verbessern, sollen dem Arzt künftig umfangreiche Daten aus klinischen Studien (zunächst zu Nieren- und Brustkrebs sowie Leukämie) die Computer-Simulation der Tumorerkrankung erlauben und damit seine Therapieplanung entscheidend unterstützen. Gleichzeitig sollen Patienten mit Computer-Anwendungen (»Apps«) besser informiert und bei ihren Entscheidungen über ihre Behandlung und die Verwendung ihres Tumormaterials für die Forschung unterstützt werden.

Eine innovative Datenmanagementplattform wird patientenbezogene klinische Daten, bildgebende Daten aus der Radiologie, Labor- und molekulargenetische Daten eines Patienten unter Berücksichtigung des Datenschutzes zusammenführen und auch für die klinische Krebsforschung nutzbar machen. Für die Forscher wird diese Datenbasis durch den Zugang zu Tumormaterial der Patienten entscheidend ergänzt. Als zentraler IT-Partner und Mitinitiator des Projektes »p-medicine« bringt das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT seine langjährige Expertise auf dem Gebiet der Biobanken, der klinischen Datenerhebung und Datenintegration ein. So werden im Arbeitspaket »Zugang zu Biobanken« mit Fraunhofer-Know-how die Tumorbanken der Partner unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Probenspender und der Autonomie der beteiligten Biobanken vernetzt.

Förderprogramm: EU-FP7-ICT
Förderzeitraum:
02/2011 - 01/2014


www.p-medicine.eu

ENSURE - DIGITALE Langzeitarchivierung von Elektronischen Gesundheitsdaten

Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT bringt seine Expertisen in der Gesundheitstelematik und in biomedizinischen Datenbanken ein.

Mit seiner FuE-Erfahrung in innovativen biomedizinischen IT-Infrastrukturen zur Langzeitarchivierung von Biomaterial und deren Daten beteiligt sich das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT an einer gemeinsamen Forschungsinitiative von dreizehn europäischen Partnern zur Entwicklung von neuen IT-Technologien, die den aktuellen Stand der Technik in der digitalen Langzeitarchivierung voranbringen.
Das von der EU geförderte Forschungsprojekt »ENSURE – Enabling kNowledge Sustainability, Usability and Recovery for Economic Value« stützt sich auf die Anwendungsfelder Gesundheit, klinische Studien und Finanzdienste, um eine Reihe von Aspekten in der digitalen Langzeitarchivierung zu erforschen, die bislang unzureichend gelöst sind, wie etwa:

1.    Die sichere Nutzung von skalierbaren „Pay-as-you-go“-Cloud-Infrastrukturen.
2.    Die ökonomischen Implikationen von Langzeitarchivierungsstrategien für Unternehmen.
3.    Die Konformität mit regulatorischen, vertraglichen und rechtlichen Anforderungen als Teil des Archivierungs-Workflows.
4.    Die Sicherstellung der langfristigen Integrität und Authentizität von bedeutendem intellektuellem Besitz und von hochsensiblen persönlichen Daten.
5.    Die Verwendung vorhandener IT-Technologien zur Langzeitarchivierung unterschiedlicher Typen von digitalen Ressourcen.

Förderprogramm:
EU-FP7-ICT
Förderzeitraum: 02/2011 - 01/2014


www.ensure-fp7.eu

Informationsblatt

Global HIV Vaccine Research Cryorepository

Die systematische Kryokonservierung von biologischen Materialien und die Anlage entsprechender Sammlungen in Kryobiobanken ist von besonderer Bedeutung für die industrielle Biotechnologie und die biomedizinische Forschung, etwa bei Stammzellen für die regenerative Medizin, in der Krebsforschung oder zur Impfstoffentwicklung bei Infektionskrankheiten. Das Fraunhofer IBMT betreibt in Sulzbach (Saar) eine Kryoforschungs- und Demonstrationsbank mit industrieller Skalierung, in der eine zukunftsweisende Kryotechnologieplattform entwickelt und eingesetzt wird sowie wertvolle Lebendprobensammlungen angelegt werden. So baut das IBMT finanziert von der Bill & Melinda Gates Foundation eine weltweit verfügbare HIV-Probenbank für die HIV-Impfstoffforschung auf. Biomaterialbanken benötigen heutzutage eine moderne IT-Infrastruktur, die die interne Probenlogistik und Probenverwaltung effizient unterstützt, die Dienste der Biobank für Kunden und Partner bereitstellt und sie mit weiteren Ressourcen vernetzt.

Förderprogramm: Bill & Melinda Gates Fondation, Collaboration for Aids Vaccine Development.
Förderzeitraum: 08/2006 - 07/2011

Global HIV Vaccine Research Cryorepository

SmartHEALTH - Smart Integrated Biodiagnostic Systems for Healthcare (EU)

Das Integrierte Projekt SmartHEALTH - Smart Integrated Biodiagnostic Systems for Healthcare entwickelt eine neue Generation von intelligenten, vernetzten, Diagnosesystemen zur multiparametrischen Krebsmarkeranalyse für den Point-of-Care. Das IBMT zeigt wie mit biostatistischen Verfahren die Analysedaten auf Geräteseite interpretiert werden können und wie Biodiagnosesysteme mit seiner Technik des „Semantic Medical Device Space“ intelligent miteinander kommunizieren und mit Informationssystemen klinische Daten austauschen können.

Förderprogramm: EU-FP6-ICT-NMP
Förderzeitraum: 12/2005 - 05/2010

SmartHEALTH - Smart Integrated Biodiagnostic Systems for Healthcare (EU)

ACGT - Advancing Clinico Genomic Trials on Cancer (EU)

Im Integrierten Projekt ACGT - Advancing Clinico Genomic Trials on Cancer wird eine offene, biomedizinische Grid-Infrastruktur für die vernetzte europäische Krebsforschung aufgebaut, die innovative Werkzeuge für die gemeinsame Durchführung und Auswertung klinisch-genomischer Studien und das Zusammenführen klinischer Datenbestände bereitstellt. Hierfür entwickelte das Fraunhofer IBMT in Zusammenarbeit mit der Klinik für pädiatrischen Onkologie und dem Institut für formale Ontologien der Universität des Saarlandes das auf einer Fachontologie basierende Studienmanagementsystem ObTiMA für die Planung und Durchführung multizentrischer Studien in der Krebsforschung. ObTiMA ermöglicht die Integration von Metadaten aus der Ontologie bereits beim Design der Studienformulare und schafft so die Voraussetzungen für die Zusammenführung und vergleichende Bewertung von Datenbeständen verschiedener Studien.

Förderprogramm: EU-FP6-ICT
Förderzeitraum: 12/2005 - 05/2010

ACGT - Advancing Clinico Genomic Trials on Cancer (EU)

SEED - INTELLIGENTE SELBSTORGANISIERENDE, AUTARKE ELEKTRODEN

In der elektrophysiologischen Diagnostik, wie zum Beispiel der Elektrokardiographie, werden Biosignale mit Oberflächenelektroden erfasst. In der klinischen Praxis erfolgt dies häufig vielkanalig, mit bis zu 128 Kanälen. Hieraus resultieren Applikationsproblematiken, die von der allgemeinen Anwendung bis hin zur erhöhten Artefaktanfälligkeit durch Kabelbewe-gungen reichen.

Mit der vom BMBF geförderten Machbarkeitsstudie SEED, wurde am IBMT ein Prototypen-System entwickelt, das die Nachteile mehrkanaliger Signalableitung behebt. Die einzelnen Elektrodenelemente sind mit aktiver Elektronik zur Signalerfassung ausgerüstet. Hierdurch werden lange passive Signalwege vermieden und Störungen auf ein Minimum reduziert. Die Elemente arbeiten energieautark, wodurch auch Versorgungszuleitungen entfallen. Die kabellosen Elemente digitalisieren das Signal und übertragen es via ZigBee-Funkschnittstelle an einen PC, wo diese weiterverarbeitet werden.